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Sankt Martin

Jedes Jahr um den 11. November herum ziehen Laternen leuchtend durch die Strassen. Wir feiern das Sankt Martins Fest! St. Martin wurde um 316 in Savaria geboren und trat schon früh in den Militärdienst ein. Inspiriert durch das Erlebnis mit dem Bettler ließ er sich taufen, wurde erst Priester und später dann der Bischof Tours. Am 8. November 397 starb er im hohen Alter von 81 Jahren. Am 11. November fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung seine Beerdigung statt.

 

St. Martin - ein Licht in die dunkle Jahreszeit tragen!

Das Brauchtum des Laternenlaufs um Sankt Martin steht sinnbildlich für das nach Außentragen des inneren Lichtes. Das Licht, das die Dunkelheit vertreibt. Geschützt und doch durchscheinend. Die Kinder tragen ihre Laternen singend vor sich her durch die Straßen dieser Welt.
Es wird im Dinglichen eine Haltung geübt, die so verinnerlicht werden kann. Gegen das Dunkel in der Welt, das eigene Licht leuchten zu lassen, bringt uns auf den Weg, ein Lichtträger zu sein.

Der Martinstag erinnert uns an Barmherzigkeit und Mitgefühl - innere Gesten, die in unserer Zeit so wichtig ist.

Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, äußert sich im Vortrag "Erdenwissen und Himmelserkenntnis (GA 221) in folgender Weise: 

"Aber das wirklich Moralische, das an der menschlichen Individualität eigentlich haftet, in ihr lebt, ist schon so beschaffen, daß das Gute von jenem Interesse kommt, das wir an dem anderen Menschen haben; von jenem Interesse, das wir dadurch gewinnen können, daß wir das, was andere fühlen und empfinden, als unser Eigenes fühlen und empfinden können, während das Unmoralische im Ursprünglichen etwas ist, wo der Mensch sich verschließt, wo er nicht mitempfindet, was andere Menschen empfinden."

St. Martin im Waldorfkindergarten

Kinder lernen Mitgefühl nicht über moralische Erklärungen, sondern im Erleben und Nachahmen. Durch unser Sein, Denken und Wirken erfahren sie, was es bedeutet, Mitgefühl zu leben. Feste und Rituale, wie das Schmücken des Jahreszeitentisches und eben all die vielen Traditionen um St. Martin herum, bieten hier einen Weg, Mitgefühl bei den Kindern nicht als Gedankengebäude, sondern als tiefes Empfinden entstehen zu lassen.

St. Martin als Fest im Herbst, in der nun dunkler und kälter werdenden Jahreszeit, lässt uns Einkehren. Wie gemütlich können die Stunden sein, in denen wir beisammen sitzen und eifrig an unseren Laternen basteln oder gemeinsam Martinshörnchen backen

Diese immer wiederkehrenden Traditionen schenken den Kindern Orientierung und Selbsterleben und öffnen in uns die Räume, die es braucht, um die Möglichkeit zum Wachsen und Werden, die in den Festen des Jahreslaufes liegen, ergreifen zu können.

In unserem Shop können Sie alles finden, was es für die Gestaltung des Festes braucht!