Pädagogik

Eine Ernährung im Rhythmus der Wochentag

von Yalda Nek - 24 Mar, 2023

Eine Ernährung im Rhythmus der Wochentag

Anthroposophische Ernährungslehre

Die anthroposophische Ernährungslehre basiert auf der Anthroposophie nach Rudolf Steiner und soll eine Erweiterung der rein auf den Naturwissenschaften basierenden Ernährungsformen sein. Demnach wird sie nicht als bloße Kostform, sondern als Anschauung verstanden. Sie dient als Grundlage für die seelisch-geistige Entwicklung, für die Konzentrationsfähigkeit, den Wille und die Tatkraft sowie für das soziale Verhalten. Aus anthroposophischer Sicht geht es deshalb in erster Linie darum, das Wachstum, den Aufbau des Körpers und seine Vitalität zu ermöglichen. Es geht also um die Wirkung von Kräften und nicht nur die reine Zufuhr von Nährstoffen.

Auch die Lebenskräfte der Pflanzen und Tiere, von denen die Lebensmittel stammen, werden unter dieser Anschauung berücksichtigt. Somit ist es auch von Bedeutung, in welcher Form Lebensmittel verzehrt werden, wie eine Pflanze gewachsen ist, wie sie verarbeitet und zubereitet wird.

Folgt man der anthroposophischen Ernährungslehre, so haben alle Lebensmittel eine äußere Qualität (Nährstoffe und Aussehen) und eine innere Qualität (artgerechte Erzeugung, sinnvolle Auswahl und Gestaltung, innere Lebendigkeit, eigentliche Nährkraft). Darüber hinaus wird  nach Konstitutionstypen unterschieden, wodurch auch der individuellen Ernährungsweise eine große Bedeutung beigemessen wird, ebenso wie den Sinneseindrücken beim Essen. Aber auch Rhythmen sind ein wichtiger Aspekt.

Die anthroposophische Ernährungslehre strebt eine hohe Lebensqualität an und sieht deshalb eine vollwertige Ernährung vor. Darunter versteht sich ein ganzheitlich orientiertes, nachhaltiges und somit zukunftsfähiges Konzept, das über die reine Nahrungsaufnahme hinausgeht, sondern auch Faktoren beachtet, die in einer Beziehung mit dieser stehen. Sie möchte die Umwelt schonen, faire Wirtschaftsbeziehungen und die soziale Gerechtigkeit fördern. Eine vollwertige Ernährungsform steht somit immer auch im Zusammenhang mit der Gesundheit, der Ökologie, der Wirtschaft und Gesellschaft. Lebensmittel, die im Rahmen einer vollwertigen Ernährungsweise verzehrt werden, sind möglichst unverarbeitet, wodurch sie einen hohen Gehalt an natürlichen Inhaltsstoffen aufweisen.

Ernährung im Rhythmus der Wochentage

Eine Ernährung im Rhythmus der Wochentage wirkt sich sehr gut auf unseren Geist, die Seele und den Körper aus. Im Ursprünglichen ist unser gesamtes Leben ausgerichtet auf eine Rhythmisierung, ein stetiges Ein- und Ausatmen. Rhythmus erleben wir überall: Bei uns selbst, durch unserem Herzschlag, aber auch in der Welt, die uns umgibt, mit dem Wechsel von Tag und Nacht, der Ebbe und Flut oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Es ist bekannt, dass ein täglicher Rhythmus heilende Wirkungen hat, Sicherheit und Vertrauen schenkt und dabei hilft, Kräfte aufzubauen. Gleichzeitig fällt es uns Menschen in der heutigen Zeit zunehmend schwerer, sich auf diese Gleichmäßigkeiten einzulassen. Die feste Zuordnung der Getreidekost basiert auf den Planetkräften, die an dem jeweiligen Tag besonders wirken und unterstützen. 

Sonntag - Sonne - Weizen

Für den Sonntag ist es, wie im Namen schon heraus zu hören, die Sonne. Ihr ist der Weizen zugeordnet. Seine hochgewachsene Gestalt strebt der Sonne entgegen und spielt für unseren Organismus eine wichtige Rolle, ganz wie die Sonne im Planetensystem. Er unterstützt uns bei der geistigen Arbeit und gibt uns Energie für die neue Woche.

Montag - Mond - Reis

Auch am Montag lässt sich gut heraus hören, welcher Planet an diesem Tag wirkt. Es ist der Mond, der in Verbindung mit dem Reis steht. Dieser wächst im Wasser heran, welches wiederum stark von den Kräften des Mondes beeinflusst wird, wie besonders eindrucksvoll an den Gezeiten zu sehen ist. Der Reis wirkt harmonisierend und ausgleichend auf uns.

Dienstag - Mars - Gerste

Wenn man auf das deutsche Wort Dienstag schaut, erkennt man nicht gleich, welcher Planet uns heute unterstützt. Der französische Begriff „Mardi“ gibt den Hinweis: es ist der Mars und mit ihm kommt die kräftigende Gerste. Sie gibt uns Tatkraft, Mut und Stärke, ganz so wir der römische Kriegsgott.

Mittwoch - Merkur - Hirse

Auch am Mittwoch müssen wir auf den französischen Begriff „Mercredi“ schauen um auf den Planeten Merkur zu kommen. Die Hirse wirkt erhellend, wärmend und verbindend, wie der Götterbote Merkur, der die Verbindung zwischen Himmel und Erde schafft.

Donnerstag - Jupiter - Roggen

Der stark im Boden verwurzelte Roggen gibt uns am Donnerstag (französisch: Jeudi) gemeinsam mit dem Jupiter erdende Kraft. Er stärkt die Denkkräfte, verleiht Standfestigkeit und verhilft uns so zu Großmut und Weisheit.

Freitag- Venus - Hafer

Die Kraft der Venus und des Hafers kann am Freitag (Vendredi) besonders in uns wirken. Der Hafer gibt dem Körper und dem Geist Kraft und verhilft uns zu einem liebevollen Blick auf das Leben und die Welt in der wir leben.

Samstag - Saturn - Mais

Am Samstag ist es der englische Begriff „Saturday“, der uns den Hinweis zu dem passenden Planeten Saturn gibt. Unser Getreide des Tages ist der Mais. Die Einflüsse beider unterstützen uns dabei, auf die vergangene Woche zu blicken, abzuschließen, los zu lassen und Kraft für das Kommende zu sammeln.

Weitere Informationen

Im Buch Getreideküche Im Rhythmus der Wochentage von Emma Graf erschienen im Michaelis Verlag finden Sie  viele familientauglichen Rezepte zur anthroposophischen Ernährungskunde und weitere Erläuterungen für die einzelnen Wochentage.

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