Waldorfshop gehört sich selbst!

Unsere Garantie und rechtlich bindendes Versprechen – Waldorfshop wird sich treu bleiben. Wir werden nie verkauft, ein Spekulationsgut werden oder Gewinne auf Kosten der Kunden und Umwelt maximieren.

Seit 2017 gehören wir uns selbst und sind jetzt ein Verantwortungs-Eigentums-Unternehmen. Gewinne werden reinvestiert oder gespendet. Die Kontrolle liegt immer bei Menschen, die mit dem Unternehmen verbunden sind. Das ist unser Verständnis von Gemeinnützigkeit.


Liebe Eltern und Interessierte,

wir bei Waldorfshop stehen jeden Tag gerne dafür auf, dass Sie Zugang zu sinnvollen Spielen, Ideen und Materialien für Ihre Kinder haben. Wir arbeiten gerne für den waldorf-pädagogischen Impuls, der dem Unternehmen seit seiner Gründung vor 10 Jahren zugrunde liegt. Vor einiger Zeit fragte jedoch eine Mitarbeiterin: „Armin, arbeiten wir wirklich für das Ideal oder arbeiten wir nicht eigentlich für dich? Du als Eigentümer kannst doch letztlich alle Gewinne einstecken oder die Firma irgendwann für eine hohe Summe verkaufen oder vererben“. 

Ich musste nachdenken. Es stimmte. Rechtlich gesehen war es so. Allerdings entsprach und entspricht es überhaupt nicht meinem Verständnis – ich habe mich stets als Dienstleister verstanden und die Firma nie als Privatvermögen gesehen. Mir wurde klar: Unser altes von den Römern übernommenes Eigentumsrecht entspricht nicht dem, wie viele Unternehmer heute Eigentum leben wollen – nämlich Sinn-orientiert anstatt Profit-orientiert. Sinnorientierte Unternehmen wollen dem Kunden dienen, das alte Eigentumsdenken macht aus Firmen dagegen Spekulationsobjekte, mit Effekten, wie wir sie aus der Finanzkrise kennen.

Waldorfshop sieht sich jedoch als ein Zusammenschluss von Menschen, der einem Sinn und damit Ihnen, den Kunden, dienen möchte. Um dieses Verständnis auszudrücken, haben wir die Firma kürzlich zu einem sich selbst gehörenden Unternehmen gemacht. Mit klugen rechtlichen Vorkehrungen, die Sie online nachlesen können, gilt nun bei Waldorfshop, dass …

  1. … nur Eigentümer werden kann, wer auch aktiv in der Firma mitarbeitet – Vererbung und Verkauf sind ausgeschlossen.
  2. … alle Eigentümer Stimmrechte haben, sie dadurch allerdings keine Gewinne privatisieren können. Alle Gewinne werden ins Unternehmen reinvestiert oder gespendet.

Diese Regeln finden Sie nun in der Satzung von Waldorfshop fest verankert. Und damit ich oder Nachfolgende dies nicht zurück ändern können, sind diese „selbstentmachtenden“ Regeln durch eine gemeinnützige Stiftung gesichert, die einen Veto-Anteil an Waldorfshop hält und so juristisch verhindert, dass die Firma jemals zum Spekulationsobjekt wird. Waldorfshop ist jetzt also in einem noch tieferen Sinne gemeinnützig geworden. Wir sind wirklich für Sie da. 

Mit besten Grüßen

Ihr Armin Steuernagel, Gründer

PS: Auch andere Unternehmen sind mit uns auf dem Weg, diese Eigentumsrevolution voranzubringen. Schauen Sie selbst: www.purpose-economy.org

Die wichtigsten Fragen zum Treuhandeigentum von Waldorfshop

1. Was heißt Waldorfshop gehört sich selbst?

Konkret bedeutet es, dass es Verantwortungs-Eigentümer gibt. Diese sind:

1. nur auf Zeit Eigentümer, solange sie aktiv bei Waldorfshop dabei sind und seiner Mission dienen,

2. sie können ihr Eigentum nicht verkaufen oder vererben, sondern müssen es weitergeben an die Nachfolger,

3. Eigentümer bekommen auch nur ein Gehalt und können Gewinne nicht privatisieren.

2. Wer bekommt die Gewinne von Waldorfshop?

Gewinne von Waldorfshop werden entweder reinvestiert, an gemeinnützige Organisationen gespendet, genutzt um Preissenkungen durchzuführen oder um unseren Mitarbeitern bessere Gehälter zu zahlen.

3. Wer hat bei Waldorfshop das Sagen?

Waldorfshop wird nicht von fernen Investoren oder Außenstehenden kontrolliert, sondern immer von den aktiven Unternehmern, die direkt für die Aufgaben und den Sinn brennen.

4. Wieso kann Waldorfshop nicht vererbt werden?

Eine Firma ist für uns ein Organismus, der sich selbst gehören sollte, und der von den Fähigsten treuhänderisch gehalten werden sollte. Unsere Eigentümer möchten ihren Kindern ermöglichen, nicht einfach eine Firma zu erben und damit das Leben der Eltern weiterzuführen, sondern eigene Wege zu finden. Außerdem möchten die Waldorfshop-Treuhandeigentümer, dass immer die Fähigkeiten und Werte und nicht Blutsbande oder Geldbeutel entscheiden, wer Waldorfshop führt.

5. Wieso ist es gut, dass Waldorfshop nicht verkauft werden kann?

Wenn ein Unternehmen zum Spekulationsgut wird, passiert es oft, dass es für einen hohen Preis verkauft wird. Der Käufer will den Kaufpreis zurückverdienen und muss dafür oft die Werte und Sinn-Orientierung vernachlässigen. Die heute dominante Shareholder-Value-Orientierung hat sich spätestens seit den Finanzkrisen als gefährlich für eine gesunde Gesellschaft gezeigt. Wenn Waldorfshop verkauft werden könnte, würde das heißen, dass die ökonomischen Kräfte die Kontrolle gewinnen könnten. Durch Treuhand-Eigentum ist das ausgeschlossen. Nur Menschen, die sich für die Aufgabe von Waldorfshop einsetzen, werden Eigentümer von Waldorfshop.

6. Wie wird das Verantwortungs-Eigentums-Versprechen rechtlich sichergestellt?

Das Versprechen, dass Waldorfshop nicht verkauft oder privatisiert werden kann, dass alle Gewinne reinvestiert oder gespendet werden und immer nur Menschen, die für Waldorfshop brennen für eine gewisse Zeit "Treuhand"-Eigentümer werden, steht in der Satzung von Waldorfshop. Grob gesagt erhalten die Eigentümer von Waldorfshop 99,9% der Anteile an Waldorfshop, die sie berechtigen, alles unternehmerische zu entscheiden aber NICHT Gewinne an sich auszuschütten oder die Anteile zu vererben oder auf dem freien Markt zu verkaufen. Stattdessen müssen sie ihre Anteile weitergeben (siehe Punkt über Nachfolge). Damit nun die Eigentümer, die ja mit 99,9% die absolute Mehrheit haben, nicht einfach die Satzung ändern und dort reinschreiben, dass sie Waldorfshop doch verkaufen und privatisieren können, gibt es einen sogenannten Veto-Anteil (auch "Goldener Anteil") der nur 0,1% von Waldorfshop besitzt. Dieses Veto-Recht besteht aber nur wenn versucht werden sollte, das Verantwortungseigentum abzuschaffen. Der Veto-Anteil ist in den Händen der Purpose- Stiftung, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich darauf spezialisiert hat, solche Veto-Anteile zu halten. Die Purpose Stiftung hat die Aufgabe, laut ihrer eigenen Satzung, immer Veto einzulegen, wenn versucht wird, Verantwortungseigentum zu untergraben. Die Purpose Stiftung übernimmt diese Aufgabe auch für z.B. Soulbottles GmbH, Jolocom, Cogalleries.com und andere. Jede Firma ist dort in der Stiftung auch mit einem Repräsentanten vertreten. Die Stiftung ist sozusagen der Ersatz-Staat, der solange nötig ist, bis der Staat uns gleich eine Eigentumsform anbietet, die Unternehmen nicht mit materiellen Dingen gleichstellt. 

Wer noch genauer wissen will, wie es rechtlich sichergestellt wird kann die Satzung lesen (siehe Link unten) oder sich an uns oder die Purpose Stiftung wenden (hallo@purpose.ag).

7. Wer entscheidet wer Eigentümer wird?

Es gibt ein "Nachfolgerat" der aus Mitarbeitern von Waldorfshop, dem Bund der Freien Waldorfschulen und Abgesandten der Purpose Stiftung besteht. Wenn ein Unternehmer ausscheidet so schlägt er einen neuen Eigentümer vor, der vom Nachfolgerat genehmigt werden muss. Wird kein Nachfolger vorgeschlagen, so entschiedet der Nachfolgerat alleine.

8. Was passiert wenn sich die Treuhandeigentümer schlecht verhalten, Verluste erwirtschaften oder die Werte von Waldorfshop unterhöhlen?

Jeder Treuhandeigentümer erstellt in Zusammenarbeit mit dem Nachfolgerat "rote Linien" bei deren Erreichung er potentiell vom Nachfolgerat von seinen Aufgaben entbunden werden kann. Z.B. Wenn Produkte angeboten werden, die vom Bund der Freien Waldorfschulen gerügt werden und wenn dann diese Fehler über längere Zeit nicht korrigiert werden, ist so eine Rote Linie erreicht, bei der der Nachfolgerat einschreiten kann. Oder wenn über Jahre hinweg Verluste geschrieben werden.

9. Welche anderen Unternehmen gehören sich selbst?

Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die sich ähnlich oder gleich wie Waldorfshop organisieren. Zum Beispiel der Naturkosmetikhersteller und Arzneimittelhersteller Dr. Hauschka bzw. Wala, auch dm Drogeriemarkt, Robert Bosch oder Zeiss. Außerdem Soulbottles, Jolocom, CoGalleries

Wenn Sie ganz genau verstehen wollen, wie Waldorfshop sich selbst gehört, so können sie hier die Satzung von Waldorfshop (Universnatur GmbH)herunterladen.